
Hadern-Rätsel: Woher kommen die Eisenbahnschienen in unseren Straßen?


In Haderns Straßen stößt man auf alte Eisenbahnschienen — nicht für Züge, sondern für andere Zwecke. Manche Schienen stammen noch aus dem 19. Jahrhundert und halfen einst, Elektrizität zu verteilen. Sie verschwinden zunehmend aus dem Stadtbild. Wissen Sie den Einsatzzweck — und wo noch einige zu finden sind?
Wer durch die älteren Haderner Siedlungen geht und die Augen offen hält, entdeckt sie an Gartenzäunen, Gehwegkanten und Grundstücksecken: verwitterte Eisenprofile, senkrecht im Boden, oft nur noch kniehoch. Keine Absperrung, kein Zaunpfosten — und doch standen sie dort mit einer klaren Aufgabe. Überlegen Sie in Ruhe. Die Auflösung steht darunter, aber erst, wenn Sie sie aufklappen.
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Eisenbahnschienen findet man in alten Haderner Siedlungen immer wieder neben Freileitungsmasten zur Stromversorgung. Vor dem flächendeckenden Siegeszug des Erdkabels ab den 1970er Jahren wurden ganze Straßenzüge über solche Masten überirdisch erschlossen. Um den enormen Kräften standzuhalten und die Holzmasten sicher zu fixieren, spannte man besonders beanspruchte Exemplare mit Drahtseilen ab. Die ausrangierten Eisenbahnschienen dienten dabei, senkrecht in den Boden gerammt, als stabile Anker.
Verbliebene Beispiele findet man unter anderem in der Neufriedenheimer, Pfingstrosen-, Sonnenblumen-, Würmtal-, Haderun-, Heiglhof- und Platanenstraße. Die älteste bekannte Schiene stammt von 1887 und steht beim TSV-Gelände in der Waldgartenstraße.
Ihnen ist noch eine Schiene aufgefallen, die hier fehlt? Schreiben Sie uns, am besten mit Foto und Straßenangabe, an archiv@gv-hadern.de. So bleibt wenigstens dokumentiert, was aus dem Stadtbild verschwindet.
Dieses Rätsel erschien zuerst in den Haderun Nachrichten 1/2026, der Mitgliederzeitschrift des Geschichtsvereins Hadern.


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