Ein Jahr lang Haderner Helden


Von Reinhard Weber
Welche besonderen Persönlichkeiten haben Hadern besonders geprägt? Ihnen widmen wir unseren neuen Kalender für das Jahr 2027. Zwölf Monate hat das Jahr, also mussten es zwölf Persönlichkeiten sein. Herausgekommen sind unter anderem ein Dorfpfarrer und ein Bierbaron, eine Schneiderin und eine Kindergärtnerin, ein Mesner, ein Judoka, ein Konditormeister. Der neue Jahreskalender des Geschichtsvereins ist ab sofort erhältlich, für 15 Euro.
Jeden Monat ein neues Gesicht
Er hängt an der Wand, A4 quer, und mit jedem Monatswechsel schaut einem jemand Neues entgegen. Daneben ein paar Zeilen dazu, wer das war — so viel, dass beim Morgenkaffee eine kleine Geschichte dabei herauskommt, und so wenig, dass es keine Hausaufgabe wird. Darunter läuft die Datumsleiste, denn ein Kalender soll ja auch ein Kalender sein.
Die Spanne der Haderner Helden ist weit. Der Älteste kam 1770 auf einem Kleinhaderner Bauernhof zur Welt, die Jüngsten leben mitten unter uns. Dazwischen liegt die Geschichte des Orts: wie aus dem Dorf eine Stadt wurde, was die Jahre der Diktatur anrichteten, wer nach dem Krieg wieder aufbaute.
Und dann die Bilder. Eine Kirche im Rohbau, daneben Ministranten in weißen Chorhemden. Eine Werkhalle voller Maschinen. Ein Fresko im Stil der Frühgotik. Eine Kennkarte mit Judenstempel. Ein Maibaum, an dem neben den Zunftzeichen ein Hakenkreuz hängt. Der Entwurf einer Sporthalle mit Pagodendach. Manches kommt einem bekannt vor, manches stammt aus Alben, die sonst niemand aufschlägt.
Wie wir ausgewählt haben
Am Anfang stand eine Liste mit mehr als dreißig Namen. Hadern ist wie ein kleines Dorf, an Kandidaten mangelt es nicht: Bürgermeister und Pfarrer, Vereinsvorstände und Lokalpolitiker, Großbauern und Geschäftsleute. Platz war für zwölf.
Also brauchten wir Maßstäbe. Wer eine Straße nach sich benannt bekommen hat, ist damit noch lange kein Vorbild. Wir haben nach Haltung gesucht: nach Leuten, die sich gegen Widerstände durchbissen und ihre Sache zu Ende brachten — ob sie am Ende gewannen oder verloren, war uns gleich. Und sie mussten hier zu Hause gewesen sein, Teil der Dorfgemeinschaft, nicht bloß gemeldet.
An diesem Maßstab sind auch Kandidaten gescheitert, deren Verdienste unstrittig sind und auf die Weggefährten nichts kommen ließen. Wer als NS-Funktionär ein „judenfreies“ Hadern verlangte, taugt nicht zum Vorbild. Da waren wir uns einig.
Knapp daneben
Mit Kurt Eisner hätten wir uns gern geschmückt. In einer Großhaderner Villa heckte er die Pläne seiner Revolution aus, die 1918 Bayern zum Freistaat machte. Nur blieb er im Grunde ein bayerischer, wenn nicht Berliner Sozialist. Stolz sein durften wir trotzdem auf ihn.
Ernsthaft erwogen haben wir die Edle Frau Imia. Ihre Schenkung an das Kloster Ebersberg brachte „Haderun“ im 11. Jahrhundert erstmals aufs Pergament und damit auf die Landkarte. Wir ließen sogar eine KI ihr Bild malen, aus allem, was wir über sie wissen. Viel ist es nicht. Ob sie Hadern je gesehen hat?
Und dann die Dornixe. Zu freizügig, befanden konservative Geister, und die Bildhauerin musste sie wieder aus dem Becken des Dorfbrunnens nehmen. Zur Haderner Heldin hat sie es so nie gebracht. Man hätte auch anders entscheiden können.
Wen hätten Sie genommen?
Die zwölf, die es geschafft haben, stehen im Kalender. Wer uns gefehlt hat, erfahren wir gern: Schreiben Sie uns.
Wo es den Kalender gibt

Der Hadern-Kalender 2027 kostet 15 Euro und ist ab sofort erhältlich:
in der Buchhandlung am Haderner Stern
bei Juwelier Schafranek im Filser-Hochhaus
im Chris Getränkemarkt in der Großhaderner Straße 7
im Guardini90.
Bestellungen nehmen wir entgegen
per E-Mail unter bestellung@gv-hadern.de
per Telefon unter 0175 2985039
Mit dem Kauf unterstützen Sie die Arbeit des Geschichtsvereins Hadern e. V.


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