Neufriedenheim und der jüdische Patient Moritz Bendit
Fr., 08. Mai
|Guardini90
Der Neurieder Archivar Reinhard Lampe präsentiert seine Forschung zur Geschichte der Nervenheilanstalt Neufriedenheim. Dabei erzählt er auch vom tragischen Schicksal des jüdischen Patienten Moritz Bendit, der als Patient dort der NS-Euthanasie zum Opfer fiel. (In Zusammenarbeit mit der MVHS).


Zeit & Ort
08. Mai 2026, 19:00
Guardini90, Guardinistraße 90, 81375 München, Deutschland
Über die Veranstaltung
Wo heute die Kurparksiedlung steht, befand sich einst eine international renommierte Privatklinik: die Kuranstalt Neufriedenheim. Geleitet wurde sie von Hofrat Dr. Ernst Rehm, einem Schüler des berühmten Psychiaters Bernhard von Gudden, der 1886 gemeinsam mit König Ludwig II. im Starnberger See ertrank.
Der Neurieder Archivar Reinhard Lampe hat jahrelang zur Geschichte dieser Anstalt geforscht und dabei erschütternde Schicksale aufgedeckt. Im Mittelpunkt seines Vortrags steht Moritz Bendit, ein jüdischer Kaufmann aus Fürth, der nach einer schweren Influenza bleibende Gehirnschäden erlitt. Fast 42 Jahre verbrachte er in der idyllischen Anstalt – bis ihn die Nationalsozialisten 1940 nach Schloss Hartheim deportierten und mit Kohlenmonoxid ermordeten. Er war doppelt stigmatisiert: als Jude und als unheilbar psychisch Kranker.
Die Schriftstellerin Marieluise Fleißer war 1938 selbst Patientin in Neufriedenheim und begegnete dort vermutlich Moritz Bendit. In ihrer Erzählung "Die im Dunkeln" verarbeitete sie ihre Erlebnisse und setzte den jüdischen Patienten ein berührendes literarisches Denkmal. Der Abend…
